Sonntag, 26. Juni 2011

Ja, das Leben ist manchmal zu schreien - oder?
Warum tun wir es nicht einfach so wie die Babys?
Ich habe doch wohl im Moment allen Grund zum schreien, doch ich bin diszipliniert und ruhig - eigenartig.

Eine Woche ist mein Unfall nun her und Freitag und Samstag habe ich gearbeitet, obwohl ein Kundin absagen musste weil sie 10 Tage nach der Entbindung zur Blindarm OP wieder ins Krankenhaus musste - also, dagegen geht es mir ja wohl gut.
Ich hatte ein wunderbare Assistentin und trotzdem war es eigenartig für mich und ich habe meine linke Hand mehr benutzt als ihr gut tat.
Auch das starre an einem Platz verharren während des Fotoshootings war und ist nicht so ganz mein Ding. Ich arbeite sonst mit der Kamera in meinen Händen und ich bewege mich, das alles ist so im Moment nicht möglich. Ich hatte die Kamera auf einem Ein-Bein-Stativ und sahs oder stand vor meinem Motiv und habe Fotos gemacht. Nur gut das ich inzwischen an die Bedingungen in meinem Studio gewöhnt bin und weiß wie ich das Licht einzuschätzen habe. Die Ergebnisse sind zufriedenstellen - müssen sie auch.

Am kommenen Dienstag habe ich einen Termin im Krankenhaus und sie werden mir erklären was an meiner Schulter kaputt ist und wie sie es wieder in Ordnung bringen werden und, was das wichtigste ist, wie lange ich deswegen werde nicht arbeiten können.

Ich bin ja eine Anhängerin der These, dass alles im Leben seinen Sinn hat, auch wenn wir den manchmal erst im Rückblick erkennen. Nun ja, ich vermag wirklich nicht zu erkennen was der Sinn meines Unfalls sein soll.
Ich habe nun ein eigenes Studio und meine Kosten sind wesentlich höher als im letzten Jahr und die muss ich doch verdienen - doch, wie soll ich das machen mit einer lädierten Schulter? Hatte ich mir zu viel aufgeladen, wollte ich zu viel schaffen? Ich weiß nicht warum es nun diese Zwangspause und diesen Verdienstausfall geben muss.
Ob ich es in der Zukunft rückblickend erkennen werde?
Ich hatte in der Tat in diesem Jahr zu wenig Zeit über meine Leben und seine Entwicklung nachzudenken. Meine Arbeit macht mir großen Spaß, keine Frage, auch wenn manche Kunden respektlos und unverschämt sind und ich von meinem Vorsatz jeden Kunden zufrieden zu stellen, inzwischen ein Stück abgerückt bin.
Es ist eigenartig, ich habe viele sehr zufriedene Kunden doch an den anderen bleibe ich gedanklich und gefühlsmäßig länger hängen - warum ist das so?

Dann habe ich mir einen Film gegönnt "Black Swan" - ein excellenter Psychothriller.
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John Steinbeck: Die Kunst des Ausruhens ist ein Teil der Kunst des Arbeitens.
Alfred Krupp: Anfangen im Kleinen, Ausharren in Schwierigkeiten, Streben zum Großen.


Kommentare:

Wolle Natur Farben hat gesagt…

Dir gute Besserung und dass du doch noch einen Sinn im Unglück erkennen kannst und ...ein Gedanke: wir bleiben oft an dem Hängen was nicht so funktioniert, weil wir es oft so gelernt haben...statt zu schauen und zu würdigen war hat trotz alle dem gut geklappt, was haben wir trotz aller Widrigkeiten trotzdem geschafft...
Dein Workshop hat mir jedenfalls sehr weitergeholfen und mich sehr inspiriert ! Danke dafür !... siehe auf meinem blog aktueller Beitrag dazu. Herzlichst Anke, die dir noch viele Kraft und Heilungsstrahlen aus dem Osten schickt ...du schaffst auch das wieder...hast schon so viel geschafft nicht vergessen ;-))

Lilo hat gesagt…

Ja, auch ich möchte Dir in jedem Fall gute Besserung wünschen und dass Du bald wieder voll einsatzfähig bist.
Aber auch ich glaube, dass die "unfreiwillige Auszeit" seinen tieferen Sinn hat, auch wenn er sich nicht gleich erschließt!
Wünsche Dir, dass Dich die Erkenntnisse weiterbringen und vor allem Klarheit schaffen!
Ganz lieben Gruß
Lilo

Immertreu hat gesagt…

Gutern Morgen! Das mit den Kunden kenne ich leider auch *seufz*,zum Glück ist es sehr selten,aber an manchen Tagen reicht eine und frau will alles hinschmeißen.
Ich denke das es einem meist erst aus der Entfernung klar werden kann,welchen Sinn Dinge haben, die uns geschehen. Das liegt wohl einfach daran, das wir viel zu lernen haben-wüssten wir schon vorher oder mittendrin worum es genau geht, dann hätten wir es ja schon gelernt. Vielleicht gibt man den Dingen aber auch erst rückblickend einen Sinn. Ich lese gerade das Buch von Sandra Schadek,die ihr Leben mit ALS schildert, und darum weiß ich genau,das es mir im Moment sehr sehr gut.Einfach nur weil ich meinen Körper nutzen kann.
Ich wünsch Dir jedenfalls gute Besserung und hoffe,das Du nicht mehr auf Kisten steigst,
hab einen sonnigen und optimistischen Tag!
Ela