Sonntag, 14. November 2010

Gestern....

...hatte ich einen Termin der besonderen Art und das kam so:
Vor über 30 Jahren habe ich in einer Tageszeitungsredaktion hier in Düsseldorf als Fotografin und Bildredakteurin gearbeitet. Seit ungefähr 20 Jahren gibt es diese Tageszeitung nicht mehr und die MitarbeiterInnen wurden, auf der Suche nach Arbeit, in alle Winde verstreut.
Vor einiger Zeit hatte ich, über eines der sozialen Netzwerke wie Facebook oder Xing, einen dieser ehemaligen Kollegen wiedergetroffen, weil er nach wie vor, wie ich auch, in Düsseldorf lebt und arbeitet. Bei einem unserer Treffen hat er mir von seiner Idee erzählt, die ehemaligen Kolleginnen und Kollegen aus dieser Reaktion zu einem Treffen zusammen zu trommeln und genau das hat er dann auch getan und gestern war es dann soweit.

Ich hatte weder Erwartungen noch Vorstellungen wie so ein Treffen sein würde und fuhr einfach hin. Spätestens beim zweiten Blick in die Gesichter fielen mir die Namen dazu ein. Sie waren aus Hamburg, Berlin, der Türkei und sonst wo angereist um dabei zu sein. Sie waren, wie ich auch, alt geworden. Einige um die 80zig, 70zig oder noch keine 60zig, sahsen im Rollstuhl oder hatten zumindest  zugenommen. Von denen, die nicht komme konnten, weil sie bereits verstorben waren, hatte ich vorher erfahren, es war so traurig.

Schonn ewig bin ich nicht mehr so herzliche umarmt und gedrückt worden wie gestern Abend - ach, war das schön.

Und dann die Erinnerungen an eine Zeit, die, wie z.B. bei mir, mindestens ein Teil unseres Lebens und bei einigen sogar das ganze Leben gewesen ist. Die meisten hatten sich über 20 Jahre nicht gesehen. Einige hatte Fotos mitgebracht, "alte" Fotos. Ich muss mal nachsehen, ob ich auch noch welche habe, was ich auf jeden Fall habe sind die Negative meiner Arbeit von damals.
Immer wieder wurde mir eine Anekdote erzählt: Bei dem Begriff "Knipsen " wäre ich jedesmal auf die "Palme" gegangen. Da mir das von Verschiedenen erzählt wurde, muss es wohl sehr beeindruckend gewesen sein, ach ja - früher......

Dann wurde mir immer wieder gesagt, dass das beste Portrait, was es von ihnen gibt, damals von mir gemacht worden sei. Und, wenn sie über über meine Arbeit von damals sprachen, fühlte ich den Respekt, der mitschwang.
So was tut gut, wirklich gut.

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