Samstag, 2. Januar 2010

Movie Meinung

Den Film hatte ich schon mal gesehen, bin aber beim durch die Programme zappen wieder an ihm hängen geblieben und muss sagen, seine Melancholie hat mich sehr angesprochen, auch wenn ansonsten der Film überladen ist mit Themen, die wichtig und interessant, doch leider alle etwas zu kurz kommen.


Diesen Film von Sofia Coppola "Marie Antoinette“ wollte ich mir schon lange ansehen. Und er lief in den letzten Tagen auf einem Fernsehekanal und ich habe ihn aufgezeichnet. Ich war beeindruckt weil dies endlich mal wieder ein Film ist, dessen Regisseurin den Mut hat, eine historische Figur gegen den Strich zu kämmen.
„Alles was wir gemacht haben, basiert auf Recherchen über die Ära. Doch gleichzeitig wird alles auf eine zeitgenössische Weise betrachtet. Meine größte Angst lag darin, einen Film mit der Stimmung eines theatralischen Meisterwerks zu machen. Ich wollte keinen trockenen, historischen Kostümfilm mit einer distanzierten, kühlen Aneinanderreihung von Einstellungen drehen. Es war sehr wichtig für mich, die Geschichte auf meine eigene Art zu erzählen.“ (Sofia Coppola).
Sofia Coppolas Zugang zu den damaligen Ereignissen wurde inspiriert durch die 2002 erschienene Biografie „Marie AntoinetteThe Journey“ von Antonia Frasers. Das genau recherchierte Buch erregte einige Aufmerksamkeit, weil es eine neue Sicht auf die Monarchin bot, die schon häufig als Prototyp der Dekadenz herhalten musste. Durch Frasers’ Buch entstand das Bild einer menschlichen Marie Antoinette, die sehr unter ihrer Einsamkeit am Hof von Versailles litt und deren exzentrische Lebensweise nur die Reaktion auf ihre unglückliche Situation war.
Durch die poppige Inszenierung und die gewöhnungsbedürftige Untermalung mit ebensolcher Musik („New Order“, „Air“, „The Strokes“, „The Cureuvm.), sahen viele Kritiker Form und Inhalt lediglich als einen Ausdruck von Oberflächlichkeit – sowohl des Films als auch seiner Regisseurin. Doch wer Lust hat genauer hinzuschauen, wird voraussichtlich viel mehr an Coppolas Film entdecken, als mancher Buhrufer.

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