Dienstag, 16. Juni 2009

Die Fotografie ansich...

...ist ja die größte Leidenschaft meines Lebens.
Sie ist die beständigste Beziehung, die ich je hatte.
Ich komme aus einer Familie von Hobbyknipser und war wohl die erste, die die Fotografie zu ihrem Beruf gemacht hat. Es war sicher nicht unwichtig, für diese meine Entwicklung, das mit dem Thema Fotografie, in meiner Familie, leicht und selbstverständlich umgegangen worden ist.
Nach dem ich mir den Film über Annie Leibovitz angesehen habe, ist mir klar geworden wieviel Kraft sie aus ihrer Familie schöpft und wie wenig Rückhalt mir meine Familie jemals gegeben hat - egal auf welchem Gebiet. Ja, es gibt nicht gerade viele Dinge, die mich positiv mit meiner Familie verbinden. Da gab es Karl, den Bruder meiner Mutter, der im elterlichen Schlafzimmer seine belichteten Glasplatten selber entwickelte und dabei eine große Schweinerei veranstaltet hat, der Fleck war noch viele Jahre zu sehen. Meine Mutter hatte Kameras unterschiedlicher Güte. Doch sie wollte nie mehr als Hobbyfotografin sein. Dann kam ich und machte die Fotografie zu meinem Beruf.
Ich war, bzw. bin Legasthenikerin, und galt als dumm, von daher gab es keinen Widerstand als ich den Wunsch äußerte, dass ich Fotografin werden wollte - was wäre denn auch anderes für mich in Frage gekommen? Das ich inzwischen die erste bin, in dieser Familie, die einem Hochschulabschluss anstrebte und auch gemacht hat - ist Fakt, doch auch das konnte diese Familie nicht wirklich anerkennen oder beeindrucken, ist mein Eindruck.
Da fällt mir ein, ich bin aus der Reihe getanzt und das ist, wie wir wissen, ja etwas, was mir übel genommen wird.
Doch, das hat inzwischen für mich keine Bedeutung mehr.
In der letzten Zeit verschiebt sich etwas in meinem Leben, die Fotografie erobert sich ihren alten bedeutungsvollen Platz wieder zurück, scheint mir. Sie war ja immer da, doch schon lange nicht mehr so, wie gerade im Moment.
Ich fange auch wieder an mich mehr mit der Technik und deren Auswirkungen auf Bilder zu beschäftigen, das war weniger geworden seit dem es Autofocus und Digitale Kameras gibt, ja, auch bei mir. Das war und ist nicht gut, aber ist so. Es war eben einfacher den Autofocus zu benutzen und dabei ist mir immer seltener aufgefallen, das meine Bilder schlechter werden. Es schleicht sich etwas ein, das ich noch garnicht genau benennen kann. Nun gut, es ist mir jetzt aufgefallen und das ist der erste Schritt etwas zu ändern, back to the roots - ? vielleicht!!!!
Heute habe ich auf jeden Fall ein altes Objektiv hervorgeholt: 180 mm/2,8. Ich war damals, als ich es mir gekauft habe, sehr stolz darauf es mit leisten zu können. Wenn ich dieses nun in meine Digital Kamera schraube, dann muss ich alles von Hand einstellen: Belichtungszeit, Blende und die Schärfe und dabei stelle ich dann fest, was es eigentlich war, was mich an der Fotografie immer schon fasziniert hat: das Spiel mit Schärfe und Unschärfe: So sind beim Frühstück diese Fotos entstanden, ich hoffe, es ist zu sehen um was es mir geht.





1 Kommentar:

Melanie von der Patchburg hat gesagt…

Oh ja, das sieht man! Auch wenn ich nur eine Hobbyfotografin bin (oder eher war?), kann ich deine Gedankengänge sehr gut nachvollziehen. Bei mir hat die Digitale Fotografie leider eher dazu geführt, gar nicht mehr zu fotografieren. Na gut, ich mache mit meiner Digicam Fotos (von Festen, Feiern oder von Selbstgemachtem, meistens fürs Internet), aber nicht mehr mit dem Hintergrund der Kunst. Eigentlich schade!