Montag, 24. November 2008

Movie Time

Ja, am Wochenende war es mal wieder soweit, ich habe mir Filme ansehen können. Das war auch nötig, damit meine Anspannung, die in den letzten Wochen enstanden ist, etwas abgemildert wird. So angespannt zu sein,über einen längeren Zeitraum, tut nicht gut.
Da war "Bella Blog" am Samstagabend im ZDF und anschließend "Mama Mia", eine wirklich flotte und amüsante Komödie, danach konnte ich gut schlafen

Sonntagabend habe ich mir diesen Film angesehen, den meine Tochter mir sehr empfohlen hat: "Half Nelson"

Es dauerte recht lang, bis dieses Independentjuwele in unsere Kinos gekommen ist.Er lief in den USA bereits vor knapp zwei Jahren und hat etliche Preise eingeheimst, unter anderem auch mal eben eine Oscarnominierung für Hauptdarsteller Ryan Gosling. Es ist ein für mich nicht leicht zu beschreibender Film. Es handelt sich um ein untypisch inszeniertes Drogendrama, das bei genauerer Betrachtung auch noch sehr viel mehr zu bieten hat. Es ist wohl auch als eine Art Milieustudie zu bezeichnen. Auf jeden Fall ein leiser Film über Freundschaft, der sich sehr viel Zeit für die Entwicklung seiner Charaktere nimmt.

Dan Dunne (Gosling) ist Geschichts- und Sportlehrer an einer New Yorker Highschool. Er ist jung und unterrichtet die Schüler nach unkonventionellen Methoden. Sie sollen nicht nur lernen, sondern halt auch verstehen. Doch Dunne selbst hat ein Geheimnis, dass er bisher geheim halten konnte: Er ist hochgradig drogenabhängig, und bekommt sein Leben eigentlich überhaupt nicht in den Griff. Eines Tages erwischt ihn seine Schülerin Drey (Shareeka Epps) während eines Crack-Trips auf der Schultoilette. Doch statt ihn anzuschwärzen, entwickelt sich langsam eine zarte Freundschaft zwischen den beiden, die geprägt ist von Vertrauen und Rückschlägen, Verantwortung und Resignation. Denn nicht nur Dunne steckt im Drogensumpf. Auch Drey ist dabei, als Kurier eines Dealers immer mehr ins kriminelle Milieu abzurutschen. Doch hier geht es nicht um ein schnell konstruiertes Happy End, mit dem Ziel des gegenseitigen Aus-der-Misere-Holens.
„Half Nelson“ konzentriert sich auf die Skizzierung eines Mannes, dem langsam, fast nebenbei, die Bewältigung seines Alltags aus den Händen gleitet. Dunnes Verlust der Kontrolle über das Leben (sowohl im Beruf, als auch in seinem Verhalten gegenüber Frauen) wird vor allem differenziert geschildert. Dunne ist kein sichtbar abgewrackter Junkie im herkömmlichen Sinne, sondern jemand, der süchtig ist.
Die Probleme beiden Hauptfiguren werden klar dargelegt. Der Film gewinnt vor allem durch seine hohe Intensität in inhaltlich klaren Positionierung verweigernden Sequenzen. Zum Beispiel die beibehaltende Antihaltung von Dunne gegenüber jeglichen Hilfsangeboten (auch von Drey) reicht vollkommen aus, um zu zeigen, wie weit es mit seiner Sucht wirklich ist: Er stellt sich ihr schon gar nicht mehr.
Der Film moralisiert nicht. Dies wird in einer schier unerträglichen Szene deutlich, bei der Grey und Dunne erleben müssen, wie sich ihre Wege als Kurier und Kunde kreuzen. Also ein Film, der noch lange nachwirkt, trotz des nicht gerade hohe Budget, mit dem der Film auskommen musste.


Ach ja, und dann ist heute mein bestellter Wipup Kalender angekommen, der kann übrigens hier bestellt werden. Der Kalender zeigt 13 x Kunst und das Titelbild zeigt einen Vikinger von Herzensart.
In meiner Wohnung stinkt es nach Farbe, denn hier werden die Türen und die Rahmen lakiert und es schneit, doch er bleibt nicht liegen, der Schnee, was so wohl gut wie auch schade ist.

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