Freitag, 28. März 2008

2 sehr interessante Filme

Machtlos - USA 2007

Regie: Gavin Hood Darsteller: Jake Gyllenhaal, Reese Witherspoon, Alan Arkin, Peter Sarsgaard, Meryl Streep, Omar Metwally

Wir alle erinnern uns an die Zeit der Hexenverfolgung und Filme, die dies dokumentieren.
Wir empfinden Machtlosigkeit und Betroffenheit angesichts der Tatsache, dass es möglich war Menschen, vor allem Frauen, später auch Männer, aufgrund zwielichtiger Behauptungen, die meistens nur den Vorteil des Denunzianten im Sinn hatten, zu foltern und zu töten.

Doch, wie steht es um deine Fahigkeit zur Betroffenheit, wenn du weißt, das dies heute auch noch passiert, denn im Kampf gegen den Terror scheint jedes Mittel recht - auch Folter.

Douglas Freeman: „This is my first torture.“
Corrinne Whitman: „The US don’t torture.“

Dies ist ein Zitat aus dem Film "Machtlos"- Rendition im Original. Corinne Whitman ist die Chefin der CIA-Anti-Terror-Einheit. Whitmans rechtfertigt ihre Handlungen mit einem us amerikanischen Regierungsbeschluss, der als "extraordinary rendition" (etwa: "außerordentliche Auslieferung") bekannt ist.
Zwei Worte, die ein Zusammenspiel aus Paranoia und Willkür kaschieren, denn schon ein geringer Verdacht genügt, um Bürger zur Terrorverdächtigen zu stempeln. So kann man sie entführen und foltern - natürlich nicht vor der eigenen Haustür, sondern im Ausland.
Douglas Freeman ist der CIA-Analytiker der das Verhör - die Folter - vor Ort "observiert". Observiert - was ist damit gemeint. Eigentlich bedeutet es: Jemanden beaobachten, ohne das diese Person das mitbekommt. Hier jedoch ist ein Nicht-Amerikaner, der als Bedrohung für die nationale Sicherheit gilt, entführt und in einem geheimen Gefängnissen außerhalb der USA verhört und gefoltert wird und ein CIA Agent - Douglas Freeman - der daran teilzunehmen hat um Berichte über die Ergebnisse zu verfassen. Also über das, was dieser Mann unter der Folter gesteht.
Lust bekommen auf diesen Horrorstreifen?.
Der Film beginnt mit einem Albtraum, der Alfred Hitchcock, dem Großmeister des suspense, sicher gefallen hätte. Ein Mann verschwindet - eben noch sah der Zuschauer, wie er in Kapstadt ein Flugzeug nach Chikago besteigt. Doch schon beim Zwischenstopp in Washington wird der amerikanische Ingenieur ägyptischer Abstammung von Sicherheitsbeamten unfreundlich empfangen und abgeführt. Schnell noch ein kurzer Blick auf geschäftige Mitarbeiter, die den Namen des Mannes, Anwar El-Ibrahimi, aus den Passagierlisten streichen - schon ist (fast) jede Spur von El-Ibrahimi verwischt. Als sei er nie geflogen, als habe er nie existiert.
Der Film zeigt die CIA als gewaltbereiten Klüngel ohne moralische Hemmungen und Verbrechen, die so passiert sind und - so steht zu befürchten - noch immer so passieren. Dabei verbindet er in vignettenhaften Episoden die politischen und privaten Folgen der "extraordinary rendition".
Der größte Teil des Films spielt in einem kahlen, spärlich erleuchteten Folterkeller. Hier wird El-Ibrahimi mit Stromschlägen traktiert und, den Kopf durch einen Sack verhüllt, mit Wasser begossen, so dass er kaum noch Luft bekommt. "Waterboarding" heißt diese Praxis - noch so ein Euphemismus, mit dem ein angehender US-Justizminister, von George Bush vorgeschlagen, vor einigen Wochen im Parlament das Wort Folter vermeiden wollte.



"Lions for Lambs" auf deutsch "Von Löwen und Lämmern" - USA - 2007

Darsteller: Robert Redford, Meryl Streep,
Tom Cruise, u.a.


Was haben Tom Cruise und Robert Redford gemeinsam?
Die beiden Superstars produzierten den Film "
Von Löwen und Lämmern" und sie spielen darin neben Meryl Streep die Hauptrollen. Um das Budget des Filmes niedrig zu halten verzichteten Redford, Cruise und Streep zugunsten einer Gewinnbeteiligung auf einen Großteil ihres Honorars.

Der Titel zitiert einen Spruch eines deutschen Generals (Max von Gallwitz) während des Ersten Weltkriegs. Dieser erkannte den Mut britischer Infanteristen zwar an, verspottete aber die Führungskunst ihrer Offiziere, indem er die feindlichen Soldaten als „Löwen, die von Lämmern angeführt werden“ bezeichnete.

Robert Redford, der bekannt ist für seine Integrität und sensible Auseinandersetzung mit hochbrisanten politischen und sozialen Themen, bezieht erneut Stellung: Er thematisiert die ethische Verantwortung des Einzelnen und die humanitären Konsequenzen militärischer Auseinandersetzungen vor dem Hintergrund komplexer Verflechtungen von Politik und Medien. Es ist ein Szenario totaler Ausweglosigkeit, das Redford hier zeichnet.

In einer Diskussion zum Filmstart konnte Redford sich in seiner Wut auf die Bush-Regierung kaum zügeln. "Nach dem 11. September wussten wir nicht, was wir tun sollten. Wir wurden aufgefordert, hinter unserer Regierung zu stehen und ihr zu vertrauen. Es ist fast unerträglich für mich mit anzusehen, was seitdem passiert ist", sagte der 71-jährige. "Macht und Kontrolle um jeden Preis - das ist es, wofür diese Partei steht."

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