Dienstag, 8. Mai 2007

Children of Men


... ist ein britisch-US-amerikanischer Science-Fiction-Thriller von Regisseur Alfonso Cuarón, nach dem gleichnamige Roman von P. D. James aus dem Jahr 1992.

Ein düsterer, wenn auch intelligente Science-Fiction
FIlm mit fesselnder Action, den ich so schnell nicht vergesen werde. Vor allem nicht seine Schilderung der omnipräsentern Gewalttätigkeit durch die Staatsmacht in Form von Polizei und Militär, durch aufständische Gruppierungen wie die ‚fishes’ und durch bettelarme Flüchtlinge, die ums nackte Überleben kämpfen.
Die Darstellung der fortschreitende Digitalisierung des öffentlichen Raumes trägt zwar noch die Züge der Informationsgesellschaft in Gestalt des Nachrichtenfernsehens, beigemischt sind jedoch Slogans, die mit unüberhörbarer Kontrollfunktion zu Konformismus und Denunziantentum mahnen:
„Report any suspicious activity. Avoiding fertility tests is a crime. Report all illegal immigrants. Suspicious? Report it.“

Die Assoziationen wie "totalitärer Überwachungsstaat" und "Orwell’sche Gehirnwäsche" scheinen gewünscht zu sein.

Es sind Details wie der mit Digitalreklame ausgestattete Stadtbus, die das futuristische Setting dieses Films in unserer Gegenwart verankern und absolut greifbar vorausdeuten: Autos mit minimalen Veränderungen im Design und einem „Head-up-Display“, das vor einem drohenden Crash warnt, Zeitungskästen, die die Schlagzeilen der aktuellen Tageszeitung digital durchblättern oder schlicht eine erhöhte Anzahl von Flachbildschirmen im öffentlichen Raum – durch kleine Veränderungen an vertrauten Alltagsgegenständen gelingt es subtil und glaubhaft Zukunft zu suggerieren.

Cuaróns London vom 16. November 2027 ist ein London, das ich glaubte zu erkennen und doch nicht wiedererkenne. Der heruntergekommene Straßenzug, durch den
Theodore Faron (Clive Owen) geht, erinnert an zahllose Fernsehbilder aus den Metropolen der Bürgerkriegsgebiete, wie ich sie aus den Fernsehnachrichten kenne. Terror, Angst, Armut und Hilflosigkeit sind Teil des desillusionierenden Alltags geworden, dem die Menschen mit ausdruckloser Miene trotzen. Über allem liegt ein schmutziger Schleier vom Staub der fortschreitenden Verwahrlosung, der alles mit aussichtsloser Tristesse belegt.
„No children. No hope. No future.“

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