Dienstag, 8. Mai 2007

The Departed


...habe ich mir angesehen und fand ihn in jeder Hinsicht hervorragend. Von der atemberaubenden Einführung der Figuren in den ersten 15 Minuten (oder war es eine ganze Stunde und ich habe es nicht bemerkt?) bis zum konsequenten Endpunkt der Geschichte. Was aber den stärksten, weil direktesten Eindruck macht, sind ohne Zweifel die Leistungen der Schauspieler.
Ich will mich auf einen beschränken, weil DiCaprio schon immer ein mitreißendes Erlebnis war. Angefangen mit seiner Rolle neben Johnny Depp und Juliette Lewis in Lasse Hallströms „What’s Eating Gilbert Grape“ 1993. Ich habe das Gefühl, dass er mit jedem Film besser und besser wird.
"Departed“ ist rau und dicht und stürzt sich in die Psychologie seiner Figuren. Weil das so gut gelingt, ist es ein packender Film, dessen zweieinhalb Stunden Länge nicht auffallen. Was den Schluss anbelangt, so frage ich mich bekommt Scorsese doch Angst vor der eigenen Courage und verschafft den emotional geklatschten Zuschauern in letzter Sekunde noch eine eher billige Erleichterung? Hier darf spekuliert werden, ob es Testvorführungen mit verschiedenen Schlussvarianten gab, und sich schließlich für die im ersten Augenblick dann doch noch irgendwie trostreichere Variante entschieden wurde.
„Departed“ ist überragend gut photographiert. Gut ist die durch die Bilder transportierte Atmosphäre. Kein Element drängt sich unnötig in den Vordergrund. Das gilt ganz allgemein, nicht nur für die Kamera: Die Spannung entsteht aus der Situation der Figuren, die Dialoge sind scharfzüngige Filmdialoge, nicht aufgesetzt. Die Musikauswahl sitzt passgenau.
Scorsese hat hier einen beeindruckenden Thriller produziert der auf aufregende Weise und in fast jeder Hinsicht absolut großartig ist.

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