Samstag, 20. April 2013

Über Fotografie


Ich sehe mir gerade Seiten von anderen FotografInnen an, mache ich ab und zu. Nicht um meine Arbeit damit zu vergleichen, sondern um zu sehen was Trend oder gerade stylisch ist.
Was ich sehe, ist eine Einheitssuppe und nicht das, was ich wichtige finde: Individualität. Eine eigne Handschrift, einen eigenen Stil, unverwechselbar zu sein, strebt heute wohl niemand mehr an?
Fotografinnen wie Anne Geddes haben neue Maßstäbe gesetzt, das hatte David Hamilton
auch oder Anne Leibowitz,
mit ihrem Foto von der schwangeren Demi Moore. 

Sie haben Möglichkeiten aufgezeigt, nicht mehr.

Fotografieren heißt mit Licht malen. Doch genau das vermisse ich, den gezielten Einsatz von Licht und Schatten.
Lightroom, ist das was eingesetzt wird und Filter - bis zum Brechreiz.
Kinder werden zur Deko in einem Set. Das sie Persönlichkeiten sind, scheint keine Rolle zu spielen. Das ist Respektlos.
Die heute angebeteten Foto Götter sind keine Fotografen mehr, sondern Visuell Artist, die mit Ebenen und Masken wirklich erstaunliche Ergebnisse präsentieren.
In der Produktwerbung scheint das angebraucht, doch nicht bei einem Portrait von einem Menschen, denn da sollte es um dessen Persönlichkeit gehen.
Dann habe ich neulich doch tatsächlich einen Bericht gesehen, wie Mittels Photoshop aus einem technisch schlechten Portrait ein angeblich "gutes" Portrait entstand - unfassbar!

Lange Jahre haben ich als Fotojournalistinnen die Realität in Bildern festgehalten, habe sie interpretiert.
Dann kamen Kollegen, die daran kein Interesse hatten und ihr Wunschmotiv einfach gestellt haben. Das hat mich angeekelt.
Dann lieber gleich Studiofotografie, die ja angeblich auch " gestellt" ist.
Mir ging es immer und geht es noch um Inhalte, in meinen Fotografien, auch in einem Portrait. Ich habe kein Interesse an Oberfläche und Schein, schließlich sind es reale Menschen vor meiner Kamera keine Kunstprodukte.
Meine Vorbilder sind grandiose Portraitfotografen wie August Sander
oder Richard Avedon
Dunkelkammerkönner wie Ansel Adams, usw.
Meine Kamera ist just a Tool niemals mehr.
Meine Bilder entstehen zuerst in meinem Kopf, immer noch, und das wird auch so bleiben.

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