Dienstag, 19. Februar 2013

Ich mach' was mir gefällt....

Habe mir gestern die Gespräche/Interviews angehört, die ich vor ein paar Jahren zum Thema "Kreativität und Selbstausdruck" geführt habe. Sie stehen auf diesem Blog.
Interessant.
Vieles gilt immer noch, für mich, obwohl ich heute keine Zeit mehr habe die Sinnlichkeit von textilen Materialien zu erfahren, was natürlich schade ist.

Kreativität ist mir wichtig und in den letzten Jahren habe ich ganz intensiv erfahren zu was ich als Fotografin fähig bin - und das war wunderbar.
Ja, es war eine Art Selbsterfahrung.
Ich habe erlebt, wie ich mit Kunden umgehe, wie ich mich gegen sie abgrenze, wie ich sie gewinne.

Ich musste auch lernen, dass ein Portraitstudio zu haben NICHT heisst, dass ich den ganzen Tag fotografiere.
Oh nein!
Marketing, Buchhaltung, Steuer oder Öffentlicheitsarbeit, sind Bereiche, die sehr viel Raum beanspruchen, leider. Alles was mit Geld zu tun hat versetzt mich immer wieder in eine Stimmung, die eine Gemengelage ist aus Panik, Hilflosigkeit, Unverständniss, Ausweglosigkeit und Angst.

Das zu tun, beruflich zu tun, wo die eigene Sehnsucht mich hinzieht heisst ja nicht automatisch, dass ich im Geld schwimme. Das Gegenteil ist da eher zutreffend. Ich bin ja froh, wenn ich am Ende des Monats in der Lage bin die festen Kosten zu zahlen, was oft genug nicht geklappt hat.

Ich habe mir ein Objektiv kaufen  müssen, das ich für die Arbeit brauchte. Es kostete rd. € 2000,-. Beim dritten Shooting, bei dem ich es benutzte, ist es mir aus der Kamera gefallen. Die Reparatur kostete € 500,-.
Oder, als bei einem Shooting eine 20 cm hohe Kiste unter mir zusammen brach und ich das Gleichgewicht verlor und auf dem Boden landete. Dabei habe ich mir die Schulter ausgekugelt und die Gelenkschale geschreddert. Hier nachzulesen.

Heute ist alles wieder in Ordnung, doch ein Arzt meinte damals, es könnte sein, dass meine Schulter steif bleiben würde, was für ein Idiot.

In all' der Zeit habe ich niemals den Glauben daran verloren, das es richtig ist was ich tue.
Doch, als ich dann eine Nebenkostennachforderung meines Vermieters bekam, in Höhe von rd. € 2000,- und ich feststellen musste, dass die Marketingberaterin, die ich gebeten hatte den Mietvertrag zu lesen um mich auf Ungereimtheiten aufmerksam zu machen, dies nicht getan hatte, ging er mir verloren.
Es schien so und so scheint es immer noch, das die festen Kosten mich auffressen und letztendlich nichts übrig bleibt, wovon ich meinen Lebensunterhalt bestreiten kann.
Ja, so ist es und ohne die Hilfe meiner Schwester hätte ich schon längst aufgegeben.
Ist das normal?
Ich bin immer noch gerne Fotografin und ich liebe es zufriedene Kunden zu haben und freu mich, wenn Spaziergänger vor meinem Schaufenster stehen bleiben und bewundert auf die dort ausgestellten Fotografien blicken. Doch ich frage mich immer öfters, wie lange ich das noch durchhalte.

Diese Stimmung kann aber auch ein Ausdruck von Erschöpfung sein, denn ich erhole mich gerade von einer wirklich schlimmen Erkältung, die ich, nach drei Wochen, so langsam überwinde oder auch daran, das mein letzter Urlaub 6 Monate her ist und ich in 2 Wochen Urlaub auf Ameland machen werde, zu dem mich meine Schwester eingeladen hat.

Ja, ich denke das wird es sein. Ich vergesse imer wieder das ich, sobald ich mein Wohnung verlasse in eine hohe Konzentration komme, die erst aufhört, wenn ich am Abend wieder zu Hause bin. Ich bilde gerade die zweite Praktikantin aus, sie möchte Fotografie studieren und wir arbeiten gerade an der ersten Prüfungsaufgabe. Das gefällt mir, ist aber auch mit Konzentration verbunden und die ist eben auch erschöpfend.

Wenn ich auf Ameland bin und meine Seele habe baumeln lassen, 24 Stunden am Tag mit meinen Hundinen zusammen bin, den Blick auf's Meer geniesse, dann kann ich meine Batterien wieder aufladen und bin wieder in einer anderen Stimmung.

Keine Kommentare: