Montag, 19. April 2010

Leben oder überleben? - Teil 2 -

Nun hoffe ich den Faden wieder aufnehmen zu können. Es war dieses Zitat, das mich nachdenklich machte: "Ich denke, gerade Mütter, die ihr Kind ins Erwachsensein begleitet haben, müssen sich wieder mühsam zurück tasten an das, was sie selber sind, waren und sein wollen. "

Für mich ist es so, dass Frauen, nachdem sie jahrelang Beziehungs- und Erziehungsarbeit geleistet haben, wieder lernen müssen achtsam sich selber gegenüber zu sein, egoistisch zu werden, sich in den Mittelpunkt ihres Universums zu stellen. Jahrelang haben Frauen ihre ureigenen Interessen hinter denen der Kinder und der Familie zurückgestellt, darum ist Egoismus in Momenten, in denen sich etwas in unserem Leben grundsätzlich verändert, überlebendwichtig.
Z.B. hilft das Schreiben von Morgenseiten dabei sich zu fokussieren. Sich diese Zeit am Morgen zu nehmen meine ich u.a, wenn ich zum Egoismus rate. Mein Eindruck ist, ich hatte in der letzten Zeit diese Fähigkeit verloren. Da gab es eine Stimme, die mich aufforderte erst einmal "was zu leisten" bevor ich mir "was gönnen" könnte. Unbemerkt haben die Saboteure die Macht übernommen, ist mein Eindruck, und sie haben sie immer noch, mit dem Unterschied, nun ist es mir bewußt. Darum muss ich herausfinden, wann ich die Position "Herrin in meinem Haus" zu sein, verloren habe und warum.

Was ist, was war passiert?
Vor 10 Jahre musste ich mich auf den Weg zu mir machen, musste aus all den Puzzleteilen wieder eine Identität zusammenfüge, habe dabei ganz viel erkannt, verändert und somit auch erreicht, doch irgendwie ist dieser kontinuierliche Prozess unterbrochen worden und mir ist nicht bewusst durch was?
Wann ist das passiert?
Wann habe ich aufgehört an mich zu glauben und warum?
Wann bin ich von diesem Weg abgekommen?

Ich vermute, es hat mit diesen "Fehlentscheidungen" und "Rückschlägen"zu tun, mit den Dingen, die mir widerfahren sind, ohne das ich damit gerechnet hätte. Warum ist das so schlimm, so niederschmetternd, so zerstörend? Ist das Leben nicht immer eine Aneinanderkettung von Ereignissen, von denen wir zuvor nichts wußten?
Wieso habe ich den Anspruch an mich, alles planen und im Vorraus wissen zu müssen, wieso darf ich keine Fehlentscheidungen treffen? Wieso nenne ich es nicht "Erfahrungen machen" sondern Fehler?
Es gibt doch Ereignisse die verbuche ich unter "Erfahrungen", bei anderen gelingt es mir nicht. Warum ist das so?
Ich hatte mich auf den Weg gemacht und hatte ein Ziel vor Augen. Im Moment scheint alles im Nebel zu liegen, ist undeutlich nicht zu erkennen. Manchmal habe ich sogar das Gefühl vor einer weißen Wand zu stehe. Mein Eindruck ist erneut der, dass ich den Glauben daran verloren habe erfolgreich das tun zu können, was ich liebe zu tun, dass ich sogar aufhöre das zu lieben was ich tue - kann das sein?
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Ich habe gut geschlafen, letzte Nacht. Die schlimmen Rückenschmerzen sind weg, die Muskulatur scheint sich auch etwas entspannt zu haben, doch im Nacken- und Schulterbereich baut sich eine neue Verspannung auf, ist mein Eindruck. Und dann war ich heute mal auf der Waage, hätte ich nicht tun dürfen, ehrlich nicht - das war ein heftiger "Rückschlag".
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Nachtrag
Der Unfall von Jeannie im Oktober 2009 scheint wie ein Asteroid in meine Leben geknallt zu sein - habe ich gerade gesagt - und ja, ich denke, zu diesem Zeitpunkt, mit diesem Ereignis hat es angefangen, das ich mich "verloren" habe.
Warum?
Es war nicht meine Schuld, es war ein Unfall ein unvermutetes, von außen rasch einwirkendes Ereignis. Unfälle sind für den Betroffenen unvorhersehbar und unfreiwillig. Sie erfolgen meist plötzlich. Einem Unfall liegt immer eine Unfallursache zugrunde, die durch Fremdeinwirkung, technisches oder menschliches Versagen ausgelöst wird.

Da ist es "Versagen"!! Ich habe versagt. Ich habe mir das Glück von zwei Hunden geleistet und dann das, ein Asteroid, ein Unfall.

In der letzten Zeit lese ich in englischen Büchern und da ist immer wieder von der Unordnung die Rede, die beseitigt werden muss bevor etwas Neues anfangen kann. Seit der Renovierung meiner Wohnung, das ist nun auch schon über ein Jahr her, stehen in meinem Schlafzimmer so Kisten rum, deren Inhalt ich nicht zuordnen konnte, also ich wußte nicht, was ich damit anfange und wohin ich es räumen kann. U.a. handelt es sich dabei um Schmuck von mir. HeuteMorgen nun habe ich es nicht mehr ausgehalten und angefangen mich darum zu kümmern. Den Schmuck möchte ich sinnvoll unterbringen um ihn eventuell auch benutze zu können, also muss ich einen Platz finden. Die Kommode hat 2 Schubladen und eine davon ist nur mit "Müll" gefüllt, also habe ich mir vorgenommen dies zu ändern.


So eine leere Schublade ist ein schöner Anblick, oder?

Wer kennt sie noch, die Hülle für unsere EC Karte, ich habe sie nun entsorgt.
Dieses Emaileschild war mal an meinem Bad, doch, das ist vorbei, ich würde es gerne eintauschen gegen etwas, das ich im Moment besser brauchen kann - interessiert?

Dies ist ein Kerzenständer in Herzform, ich brauche ihn nicht mehr und würde ihn auch gerne eintauschen
Tja, und wie immer treffe ich auch auf Dinge aus meinem früheren Leben, was macht frau mit so was?

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Rümplige Schubfächer hatr sicher jeder und ich persönlich denke jeder braucht sowas auch. Dann, meist Jahre später, muss entrümpelt werden und es taucht soviel wieder auf ... und die Teile die definitiv ein Stück Leben spiegeln, in deinem Fall die 'International Press Card' öffnen die Augen woher man kommt und wohin man damals wollte und heute geht.
Oft sind das zwei verschieden Richtungen, aber das ist das Leben.
Solche Erinnerungen sollten einen Platz bekommen, vll bleiben sie einfach im Schubfach und in ein paar Jahren findet man sie wieder und verknüft dann (wieder) ganz andere Erinnerungen daran als heute.
Also, mein Rat -> gut weglegen!
LG aus der großen Stadt von Frau-Irgendwas-ist-immer