Dienstag, 23. Februar 2010

Männer und Frauen....

... sind unterschiedlich, doch angeblich vor dem Gesetzt gleich?
In unserer Gesellschaft werden Frauen dann wahrgenommen, wenn sie entweder Serienmörderinnen sind oder Heidi Klum heißen, doch Anerkennung bekommen sie erst dann, wenn sie hoch gebildet, besser ausgebildet und mehr leisten als Männer denk an Marie Curie, oder wenn sie u.a. sportliche Leistungen erbringen, die sich mit denen der Männer messen könnten – ich sage nur Frauenfussballerinnen.
In meiner Diplomarbeit habe ich die Namen von Fotografinnen zusammen getragen, die ich als Vorbilder während meiner Ausbildung vermisst habe. Wie schmerzlich das Fehlen weiblicher Vorbilder gerade in der Ausbildung ist, wurde mir bewusst, als ich mich auf die Suche nach ihnen machte. Wobei die Fotografinnen, deren Namen ich gefunden habe, durch ganz besonders außerordentliche Leistungen aufgefallen sein müssen, wie auch sonst in unserer, als fortschrittlich geltenden westlichen, Kultur üblich. Ich gehe also davon aus, dass es weit mehr Fotografinnen gab als mir bekannt ist und das diese vielleicht nicht auffallen wollten und einfach das getan haben, was ihrem persönlichen kreativen Selbstausdruck entsprach: sie haben fotografiert.
Doch wenn eine Frau ihren Selbstausdruck leben will, sich als Frau bewusst kreativ ausdrückt so bleiben ihr vorrangig Tätigkeiten wie Stricken, Häkeln oder Sticken, Nischen in denen ihr das ohne wesentliche männliche Konkurrenz möglich ist. Es sind Tätigkeiten, die eher belächelt werden und die niemals die gleiche Anerkennung erfahren würden wie ein stinklangweiliger Verwaltungsjob. Solche Tätigkeiten wie auch das Backen, oder das was im englischen „handmade“ heißt, wird bei uns „Basteln“ genannt und respektlos niedergemacht. Es fällt Frauen daher auch recht schwer die Grenze dieser Nischen zu überschreiten, denn wenn sie es wagen würde, müsste sie wieder um ein vielfaches besser und erfolgreiche sein als Männer es jemals sind, um Anerkennung zu bekommen.
In unseren Schulen, oder zuvor schon in den Kindergärten, wird den Mädels der Kunstbetrieb so dargestellt, dass sie darin nur als Muse oder Assistentin vorkommen, selten oder nie als Kunst schaffende kreative Persönlichkeit die aufgrund ihres gelebten Selbstausdrucks ein glückliches Leben führt. Wen wundert es da, dass es Frauen unglaublich schwer fällt ihren kreativen Selbstausdruck zu finden, dass sie sogar aus Angst davor es eher unterlassen kreativ zu sein.
Fehlende Vorbilder machen es jungen Mädchen unmöglich davon zu träumen selbst mal eine Künstlerin zu sein. Darum ist es für Frauen unerträglich schwer ihrer inneren Stimme zu folgen, ihre weibliche kreative Bestimmung zu leben, herauszufinden was das ist, sich selbst auszudrücken und selbstbewusst und selbstbestimmt zu leben. Es ist für sie leichter den Traum eines anderen zu leben anstatt etwa zu riskieren und dann auch noch womöglich zu triumphiere.
Frauen, breitet endlich eure Flügel aus und fliegt.
Habt keine Angst vor der Höhe, schließlich leben wir im 21. Jahrhundert und die Zeit ist reif für unsere kollektive weibliche Kreativität mit dem Wunsch diese Welt, in unserem Sinne, zu einem besseren Ort zu machen. Ich, für meinen Teil, möchte in einer Welt leben, in der ich dafür geachtet und respektiert werde, dass ich meinen Selbstausdruck lebe und andere Frauen ermutige es auch zu tun.
Kreativität ist nicht gebunden an eine Kultur oder ein Land, darum ist Kreativität und Selbstausdruck in so vielen Bereichen möglich wie z.B. in der Malerei, der Fotografie, beim Kochen, Stricken, Tanzen, in der Psychologie, beim Schreiben, Gestalten, Entwerfen, Schauspielern, in der Medizin, beim Töpfern, Sticken, Musizieren und Singen - um nur ein paar zu nennen.
Wichtig ist es seinen Impulsen zu folgen, so wie ich diesem Impuls gefolgt bin und dies hier schreibe.
Jeder Impuls ist eine Einladung an sich selber kreativ zu sein, so, wie wir es als Kinder sein konnten, erinnere Dich.
Wir Frauen fühlen uns leicht überfordert von all den Möglichkeiten und Verantwortungen die unser Alltag , unsere Beziehung mit sich bringt. Dabei ist es leicht, nicht mehr auf unsere Gedanken zu achten, unsere innere Stimme zu überhören, unsere Visionen und Träume zu vergessen.
Damit muss aber nun mal Schluss sein!
Erinnere Dich an Deine Lust zu spielen, als Du ein Kind warst.
Was wolltest Du werden als Du eine Jugendliche warst? Hast es dann verworfen, weil es unmöglich schien damit sein Geld zu verdienen, oder Du dachtest, dass Du es einfach nicht kannst? Wie sehe Dein Leben heute aus, wenn diese Zweifel nicht da gewesen wären und Du es einfach gemacht hättest?
Stelle es Dir vor und dann tue den nächsten Schritt.

"Karl" the keeper of the day

Kommentare:

Eliane Zimmermann hat gesagt…

gut gesagt, liebe beate, pflichtlektüre!!!!

Wolle Natur Farben Raum hat gesagt…

Sehr schön und wahr geschrieben ! Danke nochmals für die CD Wunderbar !!
LG Anna