Sonntag, 17. Januar 2010

Senile Bettflucht?

Nach knapp 5 Stunden Schlaf bin ich aufgestanden, weil ich zu wach war um weiter zu schlafen, keine Ahnung warum. Es ist eben so.
Ich kann es immer noch nicht fassen: am 4. Oktober wird mein Beagle Jeannie überfahren und am 14. Januar wird mein Auto aufgebrochen und meine Handtasche geklaut, ganz zu schweigen von einer fast seit einem Jahr defekten Spülmaschine. Ich finde, dass sind genug schlimme Ereignisse für ein ganzes Leben, oder? Also, was ich damit sagen will ist:
MIR REICHT ES NUN!!!!!
OK, wenn ich mir regelmäßig Nachrichten ansehen würde, würden sich, angesichts dramatischer Ereignisse rund um den Erdball, diese Schrecklichkeiten sicher sehr schnell relativieren, doch, hilft mir das persönlich in meinem Schock wirklich? Ich befürchte nicht. Aus meinem Schock über das, was mir passiert ist muss ich erst wieder rauskommen. Das Erlebte muss ich verarbeiten, auch, wenn andere Menschen schrecklicheres erleben als ich im Moment.

Nach dem Tsunamie vor ein paar Jahren, einem unfassbar grausamen Ereignis, wurde in den Medien oft über Posttraumatische Belastungen gesprochen, inzwischen auch bei Soldaten die aktiv an einem Krieg teilgenommen haben. Es gibt das Krankheitsbild Posttraumatische Belastungsstörung. Bei diesem Krankheitsbild ist es unerheblich wie schrecklich oder groß das Ereigniss war, dass traumatisch erlebt wurde, denn dieses Erleben ist subjektiv und somit können zwei Menschen ein und die selbe Situation unterschiedlich erfahren. Bei Einem löst es das Krankheitsbild Posttraumatische Belastungsstörung aus bei dem Anderen nicht, es ist nicht kontrollierbar. Das einen Menschen traumatisierende Ereignis geht mit Todesangst, Entsetzen, einem Schock oder Gefühlen von Hilflosigkeit einher. Eine Posttraumatische Belastungsstörung entsteht weder aufgrund einer erhöhten psychischen Labilität, noch ist sie Ausdruck einer (psychischen) Erkrankung – auch psychisch gesunde und gefestigte Menschen können eine PTBS entwickeln. Inzwischen wird immer öfters in den Medien darüber informiert.

Bei mir ist es so, darüber habe ich auch schon öfters an dieser Stelle geschrieben, dass es vorkommt, das ich angtriggert werde. Trigger sind Sinneseindrücke, die Erinnerungen an alte Erfahrungen in einer Art wecken, als ob diese Erfahrung jetzt, also in diesem Augenblick nochmal neu gemacht werden würde. Diese Erinnerung erfolgt meist plötzlich und mit großer Wucht. Die damaligen Gefühle werden unmittelbar erlebt (Flashback). Die reale aktuelle Situation wird nicht mehr wahrgenommen. Als Trigger können auch ganz schwache Signale wirken, beispielsweise ein Jahrestag, ein Geruch, eine Geste, ein Geräusch, usw. Bei mir war es im Dezember ein Hörbuch, über dessen Inhalt ich mich nicht umfassend genug informiert hatte. Ich dachte, es sei ein Krimi, doch es ging u.a. um ein behindertes Kind, das von einem Mann schwer misshandelt wurde. Als die Vorleserin zu diesem Teil des Romans kam, musste ich aufhören es mir anzuhören, weil es mir schlagartig sehr schlecht ging.
Ich habe inzwischen gelernt relativ schnell herauszufinden was der Grund für so eine Änderung meiner Befindlichkeit ist, so auch in diesem Fall. Doch leider hat es für mich keine Änderung gebracht zu wissen, was mich angetriggert hatte. Ich befand mich über Wochen in einer Depressionschleife gegen die ich mit aller mir zur Verfügung stehende Kraft an gekämpft habe, was mich sehr viel Energie gekostet hat. Erst nachdem ich, bei diesen sehr unterhaltsamen Film It's Complicated, herzhaft gelacht habe, schien es so, als wenn ich diese Spirale verlassen hätte, wobei mir das Vorhandensein dieser Spirale erst in diesem Moment bewußt geworden ist. Zu kompliziert? Tut mir leid.
Ich war also dabei mich gerade zu erholen, da passiert das Nächste.
Sicher, so ein Ereignis hat auch Anteile, die wie Trigger wirken. Schock ist z.B. auch eine Schutzfunktion der Seele, um sich gegen Trigger abzuschotten, in so einem Moment. Auf jeden Fall wird die Gefühlslage und somit die Befindlichkeit derb durcheinander gebracht. Ich weiß dann nur schwer einzuschätzen was ist die Realität und was wird durch angetriggete Gefühlslagen ausgelöst. Kreativ zu sein, also etwas mit den Händen zu produzieren und meinen Selbstausdruck zu leben, hilft mir dabei mich zurecht zu finden. Was bleibt ist eine schwierige Gefühlslage, wie etwa der Kater nach einem Vollrausch.
Gestern war nun ein Tag, der Stimmungmäßig was geändert hat, bei mir. Nachdem der Tag wirklich nicht gut angefangen hat, ging es mir nach einem langen Spaziergang schon besser, doch als dann eine Freundin anrief und fragte, ob sie mir was mitbringen könnte, da sie gerade einkaufen ginge und dann bei mir vorbeikommen würde, ging es mir schlagartig richtig gut. Ich fand das wirklich sehr liebevoll von ihr und hat mir sehr gut getan. Ja, ich fand dieses "kümmern" einfach toll, denn ich hätte noch einkaufen gehen müssen, konnte mich aber nicht wirklich dazu aufraffen, vor allem auch, weil es furchtbar regnete.
So wurde mein Inneres Kind umsorgt, ohne das ich es selber hätte machen müssen, denn dazu war ich auch nicht in der Lage.
Dann mein klitzekleiner Verkaufserfolg - das war auch sehr wohltuend.

Als ich anfing Taschen zu nähen oder überhaupt mit dem Nähen, habe ich es hauptsächlich für mich und mein Wohlergehen gemacht. Daraus ergab sich dann das Problem, dass ich mich kaum trennen konnte, verschenken konnte ich, doch verkaufen? Doch nun habe ich diese Hürde auch genommen- yeepie!!! Ich kann mich trennen, ich kann loslassen, ich kann meine Sachen verkaufen. Das macht mich zufrieden. Und auch die Freude meiner Kundin über ihren Kauf ist ein tolles Gefühl, ehrlich.
Dieses positive Erleben motiviert mich und bringt viele neuen Ideen, ja, warum sind die Tage nur so kurz? Ok, wenn ich früh' aufstehe, wird so ein Tag ja länger, doch im Laufe des Tages werde ich auch müde, denn in meinem Alter sind knapp 5 Stunden Schlaf einfach zu wenig, ehrlich. Und wenn ich müde werde, dann kann ich nicht mehr viel machen außer im Internet surfen oder dumpf fernsehen, denn wenn ich mich hinlegen und schlafen würde, könnte ich am Abend nicht rechtzeitig ins Bett gehen, weil ich dann nicht schon wieder müde wäre und ein Teufelskreis würde beginnen, aus dem ich nur schwer wieder raus komme, ja ja das sind Probleme oder eher Problemchen. Das heißt, neben all dem anderen, mit dem ich mich so rumschlagen muss, kommt auch dieser auf den Kopf gestellte Tagesrhythmus. OK, meine Hundinen sind da ein Regulativ, doch es ist inzwischen schon 10:30 h und sie schlafen immer noch - nee wartet, Jeannie kommt da gerade um die Ecke, das heißt, ich muss mich fertig machen für unsere Morgenrunde.

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Gerade gefunden:
Sleep is the best meditation.
Dalai Lama

1 Kommentar:

ANNA hat gesagt…

Ich wünsche dir alles Gute und schicke dir gute Gedanken, in dieser trüben Zeit. viele Grüße Anna