Freitag, 2. Oktober 2009

Ich habe Zahnschmerzen und bin müde, erschöpft und muss mich heute pflegen, denn morgen habe ich 2 Portraittermine für die muss/möchte ich fit sein. Doch heute muss ich noch ins Studio um alles vorzubereiten, darum habe ich mich nach unserem ersten Gang noch mal ins Bett gelegt, mit meinen Mädels, die nun auch schlafend in der Wohnung rum liegen, Hund müsste frau sein.
Zu meinem gestrigen Ausflug an den Flughafen und der Fahrt mit dem Solarroller muss ich noch was ergänzen. Ich habe dort Udo Fredmüller portraitiert für meine Hommage-an-August-Sander-Serie.
Udo Fredmüller ist ein liebenswürdiger und bescheidener Ordensträger, ja wirklich, er wurde mit dem “Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland” ausgezeichnet. Und wenn ich auch sonst so meine Vorbehalte gegen solche Auszeichnungen habe, hier hat sie einer bekommen, der sie allemal verdient hat. Wieso?
Vor etwa 20 Jahren war Uwe Fredmüller in Afrika und war schokiert über die ärmlichen Verhältnisse und das Elend der Frauen, die mühsam nach Feuerholz suchten und das dann bündelweise auf dem Kopf zur traditionellen Feuerstelle trugen. Er wollte helfen. Aber wie? Dann kam er in Kontakt mit einem Solarkocher, da machte es Klick: Wenn ein Parabolspiegel schon in der schwachen bayrischen Wintersonne zum Kochen ausreicht, welche Möglichkeiten bieten sich dann erst in den armen Ländern, die nur eines im Überfluss haben: pralle Sonne. Seitdem hat sich Udo Fredmüller dem Kochen mit Sonnenenergie verschrieben. Er tüftelte noch wichtige Details aus und verbesserte das einfache wie wirkungsvolle Grundkonzept. Und er setzte sich unermüdlich dafür ein, dass diese umweltschonende Idee weltweit Verbreitung fand. Sein Beruf als Flugbetriebsassistent kam ihm dabei sehr gelegen, denn er konnte seinen Arbeitgeber dafür gewinnen, Solarkocher kostenlos als „Beifracht“ in Entwicklungsländer zu transportieren. Mit Vorträgen, Vorführungen auf Festen und Auftritten im Fernsehen warb er um Spenden, um die Kocher noch weiter verbreiten zu können. Heute werden in mehr als 60 Entwicklungsländern rund 40.000 Solarkocher und Kochkisten genutzt. Verteilt werden sie durch karitative Organisationen zu einem Stückpreis von 20 Euro.
Wenn das nicht toll und einen Orden wert ist, weiß ich es nicht. Ja, und er ist in seiner Firma dafür bekann, dass er Energie sparen will und darum auch der Solar Scooter, mit dem ich dann fahren durfte, nein, er bestand darauf, dass ich eine Probefahrt machte.

Und so sehe ich aus, wenn ich heute das Haus verlasse, nicht anders als gestern .-(

1 Kommentar:

samate hat gesagt…

klasse!! wie du das nur immer alles machst!!