Freitag, 4. September 2009

Auch mit guter Ausbildung ist man nicht davor gefeit, wenig Geld zu verdienen.

(...) dass eine gute Ausbildung vor Arbeitslosigkeit und niedrigem Verdienst schützt, trifft heute nur noch bedingt zu. Laut einer Studie des Instituts Arbeit und Qualifikation der Universität Duisburg Essen (IAQ) ist nur rund jeder fünfte der abhängig Beschäftigten im Niedriglohnsegment ohne Berufsausbildung. Vier von fünf haben eine Berufsausbildung oder einen Hochschulabschluss – und verdienen pro Stunde weniger als 9,62 Euro brutto im Westen und 7,18 Euro im Osten. Der durchschnittlich gezahlte Niedriglohn lag 2007 bei 6,88 Euro in West- und 5,60 Euro in Ost-Deutschland.
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„In Phasen der Neuorientierung im Berufsleben kann es durchaus sinnvoll sein, eine Niedriglohnbeschäftigung, eine Hospitanz oder eine ehrenamtliche Tätigkeit aufzunehmen“, rät die Vorstandsvorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Karriereberatung, Susanne Rausch. Auch wenn es keine allgemeine Regel gebe, ob man einen niedrig bezahlten Job annehmen solle oder nicht. „On the Job“ erworbenes Wissen, Sozialkompetenzen, Computerkenntnisse oder der Einblick in Arbeitsprozesse, kämen bei vielen Arbeitgebern besser an als eine theoretische Weiterbildung, die man stattdessen absolviert. Allerdings sollte eine solche Phase nicht zu lange dauern. (...) „Ein Niedriglohn-Job kann unter bestimmten Umständen durchaus auch ein Sprungbrett in besser bezahlte Beschäftigung sein“, meint dagegen Claudia Weinkopf vom IAQ. Allerdings erfülle sich diese Hoffnung zunehmend seltener – und wenn doch, dann häufiger für Jüngere, für Besserqualifizierte und eher für Männer als für Frauen. (...)
(Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 30.08.2009)

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