Sonntag, 10. Mai 2009

Ach, das war ein schöner Nachmittag.
Mit meinen beiden Hundinen bin ich an den Rhein gefahren, Sarah war auch dabei. Die Kamera mitzunehmen war mir zu viel. Gleich bei der Ankunft traf Jeannie einen Dalmatiner, den sie von früheren Treffen her kannte und war kaum noch zu halten. Dann sind beide ins Wasser, Jeannie hat sich einfach reingelegt und wohl gefühlt. Dann wurde geschwommen und gerannt von Negrita und Jeannie, ich musste die Zeit im Auge behalten, denn Jeannie übernimmt sich gerne und schafft dann den Weg zurück nicht mehr. Was ja auch verständlich ist, den sie rennt und schwimmt unentwegt.
Auf dem Weg zurück traf sie einen 3 Monate alten Beaglewelpen und verschwand mit diesem spielender Weise im hohen Gras und wir Menschen standen da und wußten nicht so genau, wie es nun weitergehen würde. Mein Versuch Jeannie einzufangen hatte zur Folge, dass sie nur noch weiter von mir weg lief, was auch sonst. Wir warteten ohne unsere Welpen zu sehen, dann kamen sie auf uns zu gelaufen und ich konnte Jeannie anleinen, uff, wir waren doch recht froh, auch wenn wir genau damit gerechnet hatten, womit auch sonst.
Gegen 19:00h waren wir zu Hause, es gab Futter und nun liegen beide in ihren Körben und schlafen tief und fest.
Ich habe nun die Gelegenheit etwas nachzudenken - worüber?
Handarbeit, Crafts, Kunst, Art.
Warum fühle ich mich in manchen Momenten so r i c h t i g und in anderen nicht?
Ich erinnere mich daran, dass ich als Schülerin schon sehr gerne gehandarbeitet habe, ich habe gestrickt und gehäckelt, gestickt. Das alles habe ich getan ohne ein Vorbild und ohne Anerkennung dafür zu bekommen, einfach weil ich es tun wollte. Als ich dann eine junge Mutter war habe ich wieder damit angefangen, ich habe für mich und mein Kind genäht, auch darum, weil es nicht genug Geld gab alles zu kaufen was ich für mein Baby brauchte. Dann war da Jutta, auch eine junge Mutter, sie war viel begabter als ich und nähte wunderbare Dinge, für sich, ihre Kinder und ihre Wohnung. Wir hatten die Idee zusammen einen Laden aufzumachen und unsere Sachen zu verkaufen. Heute wären wir sicher sehr erfolgreich, damals fehlte uns der Mut dazu es zu tun. Ich arbeitete als Fotografin und dachte, für meine Handarbeiten hätte ich keine Zeit mehr, hatte ich sicher auch nicht.
Doch dann war es das Arbeiten mit Stoff, was mir geholfen hat die Bodenhaftung nicht zu verlieren. Ich liebe intellektuelle Herausforderungen, doch, wenn ich an der Nähmaschine oder an der Embellisher sitze, fühle ich mich gut und genau so r i c h t i g als wenn ich hinter der Kamera stehe. Was ist das? Zu sticken ist für mich das perfekte Beruhigungsmittel.
Ich lege großen Wert auf meine Emanzipation und Eigenstängkeit und trotzdem liebe ich es mich mit Dingen zu beschäftigen, die gerne als typische weibliche Beschäftigung ab qualifiziert werden.
Ich verstehe das nicht.
Dann bin ich glücklich, wenn ich mit meinen Hundinen am Rhein spielen kann, oder mit ihnen im Wald spazieren gehe. Spielenden Hunden zu zusehen ist einfach nur schön. Ist das der Beginn von Altersdemenz?
Ich bin verwirrt...

1 Kommentar:

Immertreu hat gesagt…

Für mich hört sich das alles normal an. Ich bin ja beinahe fertig mit meinem Philosophiestudium,und mag es mich mit schwierigen Themen intensiv auseinander zu setzen. Genauso gern nähe ich Puppen,was eine handwerkliche Herausforderung ist, usw...wir Menschen sind eben nicht nur EINfach. Und Tiere beruhigen ungemein und sie zu beobachten macht Freude, das ist einfach so! Es macht doch auch Freude, eine schöne Blüte zu sehen,oder den Wind in Blättern flüstern zu hören...genieße Deine Vielfalt und die Vielfalt um Dich herum...
Liebe Grüße!
Ela