Montag, 11. August 2008

Zitate

Tu das, wovor du am meisten Angst hast
und du wirst die Angst überwinden!

Ich liebe sie, diese Zitate und bekomme jeden Tag per Mail eines zugesendet. Sie lassen mich nachdenken über dies und das - Angst ist ja nun ein Thema, das mich seit Jahren begleitet, oder besser: ich weiß um meine Angst und lerne mit ihr umzugehen.
Ich hatte schon berichtet, dass ich mich ganz mutig an die schon länger fälligen Steuererklärungen gewagt habe. Dann war etwas passiert, ich wurde angetriggert (das ist der Fachausdruck dafür) und konnte nicht weiter daran arbeiten.
Hat mich auch nachdenklich gemacht .
Inzwischen habe ich Unterlagen von 3 Jahren sortiert und abgehefte und bin ganz stolz auf mich und habe wieder einen freien Tisch - was ein wirklich gutes Gefühl ist - auch wenn ich noch nicht soweit bin, dass ich die Unterlagen zum Finanzamt senden kann - doch das wird auch noch.

Sich seiner Angst stellen!
Habe ich gemacht und einer Freundin gesagt, was mich ärgert und womit sie mich verletzt, dass ich mir Verbindlichkeit und Zuverlässigkeit in unserer Freundschaft wünsche - mit dem Ergebnis, dass sie mir diese, über 12 Jahre andauernde, Freundschaft aufgekündigt hat.
Tja, auch das kann passieren - Schock - ja sicher- ich bin fassungslos, weil ich davon ausging unsere Freundschaft verträgt Offenheit und die Wahrheit. Es schmerzt furchtbar zu erleben, dass ich mich in diesem Punkt getäuscht habe.
Hätte ich mir stoisch etwas gefallen lassen müssen, was ich nicht richtig finde, nur um so eine Reaktion nicht zu bekommen?
Für den Rest meines Lebens habe ich mir vorgenommen, es anzussprechen, wenn ich mich schlecht behandelt fühle, auch wenn ich mir darüber bewußt bin, es vielleicht nicht ändern zu können
- doch ich nehme mir das Recht es zu sagen, wenn ich mich verletzt und ausgegrenzt fühle -. Es auszusprechen birgt auch die Möglichkeit der Klärung - was wohl in diesem Fall nicht mehr möglich ist - oder?
Wie war das Zitat von gestern: "Life beginns at the end of your comfort zone"

Natürlich, mein Gegenüber kann sich an der Art und Weise stören, in der ich mein Anliegen vortrage, damit muss dann nicht auf den Inhalt eingegangen werden.
Sicher, ich bin nicht ohne Fehler, doch ich kann diese zugeben und mich entschuldige - ja das geht, ist garnicht so schwer, auch wenn ich es nicht oft erlebe - eigentlich nie - das sich Jemand bei mir entschuldigt.

Was ich jeoch immer öfters erlebe ist ein ungebührlichs Verhalten - habe ich das gerade gschrieben? "ungebührlich"? Ja, wie soll ich es sonst nennen, wenn sich jeder zum Freizeitpolizist aufspielt und mich beschimpft wenn Negrita, meine kleine Hündin, Enten im Park veranlasst zu fliegen? Oder, wenn ich hinter einem Fußgänger links abbiege und dieser mich beschimpft als "Blöde Fo..." Weder waren die Ente noch der Fußgänger irgendwie gefährdet.

Letzten Winter hatte ich, an einem Sonntagmorgen, folgendes Erlebnis: Bei meinem ersten Gang mit Negrita, es lag Schnee, ging ich auf der Mitte eines Weges, da war es etwas Schneefrei, mir kam ein junger Mann entgegen. Irgendwann trafen wir uns und dieser junge Mann erwartete,, dass ich ihm aus dem Weg gehe. War nicht ein Vorteil des Alters, dass die Jüngeren uns mit Respekt begegnen?

Vor 2 Wochen kam ich mit einer Maratze auf dem Arm in meine Haus und ein Handwerker kam mir entgegen. Er machte keine Anstalten mir aus dem Weg zu gehen, bis ich ihn fragte, ob er erwartet, dass ich ihm aus dem Weg gehe.

Mehr als einmal ist es mir passiert, dass ich, wenn ich aus dem Haus will und die Haustüre von innen öffne, Jugendliche oder Kinder, die ins Haus rein wollen, einfach rein gehen, so, als wäre es meine Aufgabe, ihnen die Türe aufzuhalten.

Es gäbe noch weitere Beispiele doch ich möchte euch nicht langweilen.
Was ist da passiert?
Wann hat sich diese Wertveränderung ergeben?

Ist es in dieser Gesellschaft erforderlich immer der "Starke" zu sein und drückt sich dies "Stärke" so aus. Sind Höflichkeit,Einsicht und die Fähigkeit Fehler zuzugeben so verpönt, dass lieber das Gegenteil getan wird?

Wie schrecklich!
Ich möchte da nicht mitmachen müssen.

Es gibt da auch noch ein anderes Phänomen, was, wie ich finde, zum diesem Themenkreis gehört .

Hunde, die, wenn sie gut sozialisiert sind, was Hunde in der Stadt sein sollten, können miteinander umgehen. Da gibt es Gesetze nach denen sie sich verhalten. Dazu gehört, dass jüngere Hunde, älteren Hunden gegenüber respektvoll sind z. B. oder das Hündinnen es sich nicht gefallen lassen müssen, wenn Rüden sie belästigen. Hunde dürfen sich abgrenzen. Wenn sie singen könnten würden sie das in Form einer Arie tun, doch sie können hauptsächlich knurren und bellen. Also knurren und bellen sie um ihre Grenzen oder ihr Anliegen dem Gegenüber zu verdeutlichen. Doch, da gibt es Hundebesitzer, die genau dieses natürliche Verhalten unterbinden.
Warum?
Weil Aggression nicht erlaubt ist?
Obwohl es zum Verhalten eines Hundes gehört und nichts Schlechtes ist. Warum wird sie hier unterdrückt aber ansonsten ausgelebt? - Ich verstehe das alles nicht.

Kommentare:

Carol Dean hat gesagt…

First, let me say how sad I am that you have lost your friend...although one has to wonder at the quality of the friendship if your honesty was that disturbing to her :(

Second, this unhappy phenomenon of the complete lack of awareness and caring on the part of youth and the resulting rudeness is manifested here in the states as well. That is not how our generation was raised...but it seems, somehow, that that is how we have raised the generations that followed. How did that happen?! So very sad.

You have my hugs and admiration, Beate!

Angelika Westermann hat gesagt…

Hallo Beate,
was Du schilderst, erlebe ich auch. Ich glaube aber, daß es noch einen anderen Grund gibt als schlechte Erziehung und Respektlosigkeit. Wir sind inzwischen in dem Alter, in dem wir nicht mehr wahrgenommen werden! Wir gehören zur "grauen Armee". Es gab letztlich in Dossier dazu in der Brigitte. Ab einem gewissen Alter scheinen Frauen einfach aus der Wahrnehmungszone anderer Menschen zu verschwinden. Ich habe mich mit einer Freundin darüber unterhalten, und die hat diese Erfahrung ebenfalls bestätigt. Dagegen hilft nur eins: Auf sich aufmerksam machen! Auffallen! Und bloß nicht aus dem Weg gehen, egal ob mit Matratze oder ohne ;-)
Gruß, Angelika