Sonntag, 6. April 2008

Braucht meine Spülmaschine ab und zu eine Auszeit?

Ein Tag hat 24 Stunden.
8 Stunden schlafe ich davon – mindestens - egal um welche Uhrzeit ich ins Bett geh, ich brauche diese 8 Stunden Schlaf. Darüber bin ich froh, denn, als ich schwer depressiv war, konnte ich nicht schlafen – was nicht gut ist. Auch spüre ich nichts von dieser „Alters-Bett-Flucht“.
Wer hat dieses Phänomen eigentlich in die Welt gesetzt, dass je älter wir werden, umso weniger Schlaf würden wir benötigen? Ich fühle das nicht so. Worauf ich hinaus will ist, dass 24 Stunden einfach zu wenig sind um all das zu tun, was ich gerne tun möchte.
Da gibt es Frauen, die wissen nicht was sie den ganzen Tag tun sollen, wenn sie in die Rente gehen – was mir nun wirklich nicht passieren wird, denn mein Leben wird nicht ausreichen, um all das zu tun, was ich gerne Kreatives tun möchte. Also, ich will sagen, ich habe einfach keine Zeit für diese dämliche Hausarbeit, die so ein Haushalt mit sich bringt, täglich.
Ich arbeite in meinem Zuhause, was bedeutet, ich nehme u.a. alle meine Mahlzeiten hier ein. Und, ich mag keine Fertiggerichte, also koche ich fast jeden Tag frisch, das kostet viel Zeit und Geschirr. OK. Ich bin ein 1-Personen-Haushalt, was aber nicht heißt, dass ich weniger Geschirr benötigen würde als, wenn ich z.B. für 2 Personen kochen würde – oh nein.
Wir alle kennen das: wir vereisen nur 4 Tage, benötigen aber ebenso viel Zeug, als wenn wir 3 Wochen wegfahren würden. Woran liegt das? Wohl an der Grundausstattung, die wir benötigen, egal ob wir 4 Wochen oder 2 Tage außer Haus sind.
So ist das auch mit einem Haushalt, damit er funktioniert, muss jeden Tag eine gewisse Grundausstattung bewegt werden – ja bewegt und benutzt und wieder gereinigt werden - das ist es, was mich stört, es kostet zu viel Zeit, die ich für andere Dinge dringender benötige. Aus diesem Grund habe ich immer schon Haushaltsgeräte gehabt, die mir helfen diese zu erledigen: Waschmaschine, Wäschetrockner, funktionierende Staubsauger und eine Spülmaschine.
Es gab mal eine Zeit, da war ich freiberuflich hatte eine heranwachsende Tochter, die ich alleine erzog und die meiner Betreuung bedurfte und ich studierte. In dieser Zeit hatte ich eine Hilfe, also eine Frau - oder einen Mann, die ich dafür bezahlte, dass sie einmal in der Woche kam und das Gröbste an Hausarbeit tat, was so getan werden musste und zu dem ich nun wirklich nicht auch noch Zeit hatte.

Seit 4 Jahren habe ich diese Hilfe nicht mehr – was diesem Haushalt auch anzusehen ist, was ich mit Fassung ertrage, doch, wenn dann noch meine Spülmaschine ihren Dienst quittiert, dann komme ich an den Rand dessen, was mir zumutbar zu sein scheint.
Doch vor Ostern war es soweit, meine Spülmaschine wollte nicht mehr das tun, für das sie konstruiert worden war. Nun habe ich die Telefonnummer eines Elektroladens, hier in der Nähe, von dem schon mal ein Helferlein gekommen ist, um bei meiner Waschmaschine ein Teil auszuwechseln und sie wieder dazu zu bringen, das zu tun, was ihre Aufgabe ist: meine Wäsche zu waschen.

Ich rief also an, mit der Absicht Hilfe zu bekommen. Leider war am anderen Ende der Leitung ein Faxgerät angeschlossen und kein Mensch nahm meinen Anruf entgegen.
OK, dann schicke ich eben ein Fax, Hauptsache ich bekomme Hilfe. Doch leider blieb der Rückruf, um den ich gebeten hatte, aus.
Was ich in der Zwischenzeit tat war, ich
spülte!
Jeden Tag – wozu ich nun wirklich keine Lust hatte.
Nein, ich empfinde nichts Meditatives an dieser Tätigkeit.
Gestern nun, ich arbeitete an meiner neusten Arbeit „Fröhlicher Frühling“
und hatte überhaupt keine Lust und keine Zeit meine Küche aufzuräumen. Also musste ich es heute Morgen tun – leider. Denn ich habe nur eine kleine Küche und nicht ausreichend Platz um benutztes Geschirr zu stapeln.
Als ich meine Gläser und Teller spülte, dachte ich, warum probiere ich es nicht einfach mal wieder aus und stelle die Spülmaschine an. Nicht, dass ich nicht alles ausprobiert habe, als sie Arbeit einstellte, doch zu diesem Zeitpunkt hatte ich es nicht geschafft sie davon zu überzeugen, wieder ihren Arbeit aufzunehmen.
Doch als ich sie heute Morgen anstellte – da plötzlich - lief das Programm so normal durch, als wenn sie sich nur eine Auszeit genommen hätte.

1 Kommentar:

gabi hat gesagt…

Das freut mich für Dich. Ich wünsch Dir noch viele solche Glücksmomente.